74.Prozesstag 15.1.2014

Heute sind zwei Sachverständige geladen die den Brand in der Frühlingsstraße 26 in Zwickau untersucht haben.

6. Strafsenat in München:

Der Vorsitzende des 6. Strafsenat ist Manfred Götzl

Dazu kommen noch Richter Kuchenbauer und Dr. Lang Richterin Dr. Fischer und Richter Odersky

Die Ergänzungsrichter sind Feistkorn Kramer Prechsl

Dann kam ein seltener Gast auf die Zuschauerempore. Dr.Daimagüler, der die Hinterbliebenen der Familie Özüdögru (Nürnberg) vertritt, vergewisserte sich ob die erste Reihe der Zuschauer bei ihm auf dem Lap Top gucken kann.

Nach dem der Vorsitzende Richter M.Götzl die alle Anwendende im Gerichtssaal festgestellt hatte, ließt M. Götzl ein Gutachten des Dr. Schäfer BKA in Wiesbaden vor. Die gelbliche Flüssigkeit die man in der Frühlingsstraße in einem Himbeersirupflasche gefunden hatte, war Ottokraftstoff.

Dann kommt Dr.Setzensack Christian 61 Jahre alt LKA München Physiker um 9.55 Uhr zu seinem Gutachten.

Dieses Gutachten hat er in Gruppen unterteilt:

  1. Zusammenfassung

  2. Zündquelle

  3. Personengefährdung

Zu erst zeigt er Bilder von der Frühlingsstraße

  1. Frühlingsstraße 26 ein altes Bild erklärt wo die Wohnung befand die dann später in Flammen stand. Wo die Wohnung er damals 89 Jährigen Frau E. war. Im Erdgeschoss Links gab es früher einen Schlecker – Markt und unter der Wohnung von Frau Zschäpe war ein Griechisches Speiselokal.

2. Dann sieht man ein Bild das am 4.11.11 entstanden ist um 15.14 Uhr als

als der Sportraum und das Wohnzimmer gebrannt hatten, das nächste

Bild ist. zeigt das Schlafzimmer und das Katzenzimmer.

3. Dann wird das Hinterzimmer gezeigt, wo schon meterhohe Flammen zu

sehen sind, kurz davor soll sich dort eine heftige Explosion stattgefunden haben.

Dann sieht man ein Bild wo nur die Wohnungsmauer von dem Sportraum und Wohnzimmer weggesprengt wurde. Die Mauerreste liegen zum Teil am Gehweg, oder auf einer kleinen Anhöhe.

Dann werden Bilder von der Wohnung innen gezeigt, ieht das die Küchentüre unten Brandspuren aufweist.

Weiter erklärt der Sachverständige das es eine rasante Brandentwicklung gab,denn ein ganz normaler Brand mit Öl in der Pfanne gibt auch keine Explosion.Eine Gasexplosion ja, aber es gebe keine so starke Druckentwicklung, dies wäre deutlich langsamer. Und eine Sprengstoffexplosion wäre wie eine Gasexplosion.

Das einzige was in Frage käme wäre ein Benzin Äther Spiritus Gemisch als leichtes Brandlegungsmittel. Spürhunde wurden eingesetzt und diese haben von 22 gefunden Stellen gefunden, davon waren 19 Stellen mit Benzin kontaminiert.

Man hatte zum Beispiel im Sportzimmer keine Benzinstelle gefunden.

Dann wurde erklärt das jeder Kraftstoffhersteller jeder andere Zusätze in sein Benzin beimischt. 29 Spuren wurden gefunden davon konnte man 13 Proben von dem am Eingang befindlichen Kanister zuschreiben.

Was waren die Zündquelle:

Offene Flammen

Funken (elektrische oder mechanische)

Heiße Oberfläche (glühender Herd)

Indizien sprechen dafür das der vor der Wohnungstüre gefundene Benzinkanister. Durch Lunten Legung. Dieser Kanister befand als die Feuerwehr eintraf nicht an der Wohnungstüre sondern in einer Leerstelle von einem kleinen Schrank und der Türe. Dort faden die Brandermittler (Herr Lenk) im Kanister noch 250 ml von diesem Ottokraftstoff. Eine Brandlegungsspur führt bis zur Eingangstüre.

Wenn der Boden glatt ist, dann gibt es keine Brandspuren am Boden, sondern die Benzinlache deren Dämpfe entzünden sich. Der Sachverständige zeigt dies anschaulich auf Vergleichsbilder. An die Küchentüre kann man erkennen das diese mit dem Benzin angespritzt wurde, weil diese kleine schwarze Rinnsale zuerkennen sind.

Wie der Sachverständige weiter ausführt wurde relativ viel Benzin ausgeschüttet. Die Zeit vom verschütten und anzünden ist relativ kurz. 5 Meter vom Gang bis ins Sportzimmer dauern 3-4 Sec danach gibt es eine Explosion.

Aber man muss die Benzinlachen ohne Unterbrechung verschütten, sonst dauert es 10 Sec.

Der Täter hätte dann alle besten Chancen gehabt, unversehrt aus der Wohnung zu entkommen.

Zur Personengefährdung:

Klares Ja im Bezug wenn ein Fußgänger auf dem Gehweg befunden hätte. Dieser wäre von den fallenden Mauerstücke lebensgefährlich verletzt worden.

Die Trennwand die zu der alten Frau stand wies Risse auf, die Wand war nicht mehr Gasdicht.Diese hätte auch fallen können.Durch die Explosion kamen 3 t Gewicht auf die Decke, hob diese kurzzeitig an.

Da deshalb noch kurzzeitig Handwerker am arbeiten waren, hätten diese Lebensgefährlich verletzt werden können und da Rauchgase entwickelten auch zu Tode kommen können.

Auch die ältere Dame hätte durch die undichte Wand Rauchgase einatmen können und deshalb gefährdet gewesen.

Nur da sie schnell gerettet wurde, konnte schlimmeres verhindert werden.

11 Waffen wurden in der Wohnung gefunden, was nicht schlimm ist wenn die Patronen bei 200-300 Grad selbst entzünden. Was gefährlicher ist wenn eine entsicherte Waffe sie bei der Hitze Patronen lösen. Das wäre das gleiche wie ein Schuss, deshalb Lebensgefährlich für Feuerwehr und Passanten.

Deshalb Schlussfolgerung: Brandstiftung durch Benzin / Zündquelle nicht möglich / Hohe Gefahr für andere Personen (Alte Damen Passanten)

Dann ist erst mal Pause bis 11.10 Uhr

Um 11.19 Uhr geht es dann weiter.

Als erste fragt die Bundesanwaltschaft Frau A. Greger den Sachverständigen nach der Menge Benzin in der Wohnung.

Dieser antwortet ihr, „ das die Menge spielt keine Rolle zwischen den ausschütten und anzünden. Z.B im Sportzimmer müssen 2,5 l vergossen worden sein. Er würde 5 l als Untergrenzen annehmen und 20 l als Obergrenze. Diese 20 l ist aber ungenau.

Dann erteilt der Vorsitzende Richter gleich den Anwälten von Frau Zschäpe das Wort, worauf Rechtsanwalt Wolfgang Stahl die Fragen stellt.

Worauf er die Rauchgasentwicklung zurückführe. Es habe zwei Hinweise von Herrn Lenk gegeben. Einmal die besagten Risse an der Wand bei der alten Dame und bei einem Bewohner in Frühlingsstraße 26a Herrn B.,der hätte 2-3 mal seine Kleidung waschen müssen aber dennoch alles wegschmeißen müssen.

Herr Stahl fragt weiter „ ob er wisse welche Wand bei der Alten Dame im Wohnzimmer war“? Der Gutachter erwidert „es war eine 24 cm starke Hohllochwand “ Diese Wand hätte 90 Min den Brand standgehalten.

Die Wand war 1 cm verschoben.

Danach meinte der Sachverständige“ für ihn war das ein Aktenfall und kein Tatortfall.

Weitere Fragen von Rechtsanwalt Stahl folgen wie z.B ob es Unterschiede in Neu/Altbau gibt, welche Angaben es gibt das sich das Dachgeschoss kurzzeitig angehoben hat. Dann zeigt der Sachverständige eine Lichttafel worauf die Explosionsschwerpunkte zu sehen sind, welche Türen und Fenster offen bzw zu waren. Dann sagt er nochmal das nach 3-4 Sec wenn die Benzinlachen geschlossen waren, wenn diese aber unterbrochen wurden dann dauert es 10 Sec. Und 10-15 Sec dauerte es bis die erste Explosion kommt.

Dann kommt es nochmal zur Sprache welche Türen offen bzw zu waren, Sportzimmer weiß man es nicht, Bad geschlossen, Küche geschlossen,Schlafzimmer offen, und Katzenzimmer offen.

Dann wurde eine Frage von einem Nebenklägervertreter gestellt der fragte ob der Täter erst das Benzin ausgelegt hätte weggegangen sei um dann wieder zukommen und zu zünden. Der Sachverständige meint das ginge würde aber nichts bringen.

Dann ist Mittagspause bis 13.00 Uhr

Um 13.10 Uhr geht es weiter und Ra Stahl hat noch Fragen. Es gab erhebliche Risse und die Wand nicht mehr Gasdicht. Der Sachverständige sagt das wären die Erkenntnisse des Herrn Lenk. Herr Stahl ob die Wand einer Gasdichtigkeitsprüfung unterworfen wurde, was Herr Setzensack sagt nein es wurde keiner Gasdichtigkeitsprüfung unterzogen.

Nebenkläger fragen ob man dafür besondere Kenntnisse braucht, was der Sachverständige verneint und meint, die meisten sind nur von der Explosion überrascht. Danach meint er noch es hätte für den Täter auch ins Auge gehen können. Er wird gefragt ob Benzin gut für so was sein, „Benzin mir zu gefährlich. Ich würde auf Diesel oder Heizöl zurückgreifen. Dies wäre auch billiger statt Benzin und leichter zubekommen.“

Danach kommt der zweite Sachverständige Dr. Redmer dieser schließt sich Dr Setzensacks Meinung an und ist dieser um 13.39 Uhr entlassen.

Danach kommt eine Ablehnung der Bundesanwaltschaft auf die Akte Alexander Scheidemantels. Begründung da dies nicht Verfahrensrelevant ist.

Dann verließt Herr RA Reinecke eine Erklärung nach §257.

Der heute so ruhige und durch zuhören geprägte Vorsitzende fährt aus seiner Haut, als Rechtsanwalt Reinecke der Frau Zschäpe erinnert das versuchter Mord auch eine Lebenslange Freiheitsstrafe zu Folge haben kann. Danach meint er das die Verteidigungsstrategie zu schweigen nicht immer die erste Wahl sein muss.

Frau Zschäpes Anwälte nehmen dies mit einem schmunzeln zur Kenntnis und der Vorsitzende finde es eine Provokation.

Die Verhandlung wird für heute unterbrochen 13.55 Uhr und morgen mit dem neuen Komplex M. Kiesewetter fortgesetzt.

In eigener Sache möchte ich noch ergänzend einfügen. Ich verstehe bis heute nicht das Frau Zschäpe wenn sie tatsächlich den Brand gelegt haben soll 3 facher versuchter Mord unterstellt wird. Ich gehe bei dem Versuchten Mord an der alten Dame mit OK. Aber ich verstehe nicht im geringsten, wie die Bundesanwaltschaft auf die anderen 2 Morde kommt. Die beiden Handwerker waren länger Zeit aus dem Haus, also kann man dies nicht als versuchten Mord werten.

Dazu finde ich das Rechtsanwalt Stahl eine sehr gute und zielführende Befragung gemacht hat.

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Ein Gedanke zu “74.Prozesstag 15.1.2014

  1. Zitat aus einem Eltern-Kind-Forum:

    Gasgeruch aus Wäsche bekommen…Brauche hilfe…. « am: 06. November 2011, 20:07:16 » Ich muss mich jetzt mal an Euch wenden, ihr habt doch immer Tipps und Ratschläge. Es geht um folgendes: Bei meinem Onkel in einem Mietshaus gab es vor 2 Tagen eine Gasexplosion, er darf jetzt nicht mehr rein, er hatte sich gestern noch schnell mit meinem Cousin ( er ist bei der feuerwehr ) ein paar Klamotten und das wichtigste rausgeholt. leider nicht viel, da es vor gestank bald nicht auszuhalten war. Jetzt habe ich die Wäsche gewaschen und es richt immer noch nach Gas, hat man da irgend eine Möglichkeit das raus zubekommen?

    Antw:Gasgeruch aus Wäsche bekommen…Brauche hilfe…. « Antwort #8 am: 07. November 2011, 13:54:25 » Vielen Dank denen die mir geholfen haben mit ihren Tipps. Wenn es interessiert kann gern mal goo+eln; Explosion Weißenborn ( seine Wohnung ist links oben ) Bei uns ist es eben auch eine Mischung aus Gas und Rauch. Ich werde jetzt erstmal das mit dem Myrtenöl probieren und wenn das nicht hilft mal den Wodka. Bis jetzt steht leider noch nicht fest ob er wieder in die Wohnung kann, da es sich um eine Doppelhaushälfte handelt, muss es jetzt von einem Statiker abgeklärt werden ob es möglich ist. Er steht leider noch sehr neben sich und kann es nicht glauben. Das schlimme ist ja auch noch das eventuell ein zusammenhang mit der Wohnwagenexplosion und Bankraub besteht in Eisenach mit den 2 Toten.

    http://www.erziehung-online.de/forum/allgemein/gasgeruch-aus-wasche-bekommen-brauche-hilfe/

    Das war wohl Grit S. …

    Grit Schwabe (http://de-de.facebook.com/grit.schwabe) aus sicherer Hand weiß ich auch das da niemand drin war als es passierte.war ja auch alles gut geplant.nur mein Onkel hat es jetzt schwer, darf nicht mehr in seine Wohnung

    ZITAT ENDE

    Das ist keine VT, das ist Fakt. GAS EXPLOSION am 4.11.2011 in Zwickau.
    Roch Zschäpe das Gas und floh, ohne alles, nur mit den Katzen?

    Was war die Rolle der Handwerker im Dachgeschoss am 4.11.2011?

    Der Onkel von Grit S. war übrigens als Zeuge vor Gericht, sein Name ist Olaf Busch. Der hat einen Kübelwagen mit Eisernem Kreuz, das ging durch die Presse. Er wurde dort vor gericht als NAZI vorgeführt, verwies aber auf den Kanzler-Airbus, der ebenfalls das Eiserne Kreuz trage.

    Aber nach dem Gasgestank hat man ihn nicht befragt.
    Wieder ein Elfmeter von der “Verteidigung” nicht genutzt…

    Stahl hat prima verteidigt? Wirklich?

    Der Gasgestank im Haus in Zwickau ist FAKT.
    Das Nichtfinden durch die Benzinsuchhunde am 5.11.2011 ist FAKT.

    Zitat:
    Die Ursache des Unglücks ist noch unbekannt. Auch der Einsatz der Spürhunde am Sonnabend hat nach Angaben der Polizei keine neuen Anhaltspunkte erbracht.

    http://www.mdr.de/sachsen/zwickau132_zc-f1f179a7_zs-9f2fcd56.html

    Noch ein Ziat:
    Die Polizei setzte am Folgetag mehrere Leichen- und Brandbeschleunigerspürhunde ein, fand aber nichts.

    http://www.blaulichtfahrzeuge.net/v2/displayimage.php?album=9516&pid=12833#top_display_media

    Das ist ein sehr wesentlicher Komplex, bei dem die Gerichtsverhandlung völlig an den Tatsachen vorbei ging.

    Ein guter Verteidiger hätte diese Quellen in den Prozess eingeführt und Entlastungszeugen von Feuerwehr etc vorgeladen.

    Was die Verteidigung Zschäpes bringt, das ist GAR NICHTS.
    Die Frage ist, wem sie dient…

    Gruß

    Liken

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