Mein 09.12.2015

Was ich schon erwartet hatte zeigte sich schon in der Früh bestätigt. Ich war kurz vor vier Uhr am weißen Zelt, das vor dem OLG aufgestellt war. Eine Kollegin von Kollegin vom TV hatte noch am Vortag die Pressestelle am OLG angefragt, ob man schon sich früher ins Zelt begeben könnte. Dies wurde bejahrt. Als ich ins Zelt ging waren dort schon Personen darin. Drei Personen waren von einer Theatergruppe aus Tübingen( Ein hallo an euch, war toll euch kennenzulernen) dann Robert und dann drei Studenten. Ich ging einfach zu der Theatergruppe vor, weil die drei Studenten in der Mitte des Zeltes saßen. Die Studenten meinten, „sie wären eher da gewesen als ich“, was ich darauf hin sagte war, ja das schon, aber ich sehe nicht ein warum ich mich hinter ihnen anstelle wenn da noch viel Platz wäre. Das war auch alles und ich blieb wo ich war. Da man sich ja mit der Theatergruppe sehr gut unterhalten konnte, ging die Zeit wie im Flug. Diese erzählten mir über ihr Projekt was in Feb.16 aufgeführt wird.So gegen 7.00 Uhr wurde es dann ungemütlich. Nicht das Zelt schon sehr voll war, und zwischen mir und den drei Studenten gab es weitere Leute die nach vorne gingen. Dann kamen eine sehr bekannte Journalistin der Süddeutschen Zeitung und zwei andere, die auch von dieser Zeitung waren. Nur diese beiden waren bisher noch kein einziges Mal bei diesem Prozess. Die Journalisten meinte ich müsste meinen Platz frei machen, das sie die Plätze durch die Studenten frei gehalten bekommen habe. Diese wären schon um 20.00 Uhr da gewesen. Was ich später erfuhr ist, dass diese mit 20 Euro in der Stunde entlohnt wurden. Ich finde das schon sehr frech, sich ein Sonderrecht sich zu ergaunern. Andere Journalisten sind auch früh aufgestanden, um einen Platz zubekommen ohne Platzwächter zu haben. Da die Süddeutsche Zeitung eh einen Journalisten eh im Gericht sitzen hat, warum müssen dann insgesammt drei weitere im Gericht sein. Diese sitzen dann auf der Besuchertribüne und nehmen anderen normalen Besuchern den Platz weg. Dies finde ich nicht ok. Diese Journalisten musste sich halt in der zweiten Reihe begnügen. Zudem musste sie jeden anderen Journalisten  erzählen was ihr passiert ist, das ich unkollegial bin und vieles mehr. Ich war im übrigen auch nicht an meinen Platz. Und wenn ich genau sehe,ich war öfters da (209) als diese Journalistin, dazu war ich bei Untersuchungsausschüssen dabei, dazu mache ich das alles und habe einen normalen Job. Ich kann keine Studenten dafür bezahlen. Ich muss dies alles aus eigener Tasche zahlen. Also sehe ich das moralisch so das ich ein Recht habe in der ersten Reihe zu sitzen.
Das als man durchsucht wurde, und endlich auf den Zuschauerrang angekommen war, war schon eine große Anspannung zu spüren. Nach und nach waren alle Platze voll. In dem Korridor wo man etwas essen bzw. trinken kann sprachen alle Journalisten darüber was Frau Zschäpe aussagen könnte. Es gab viele Gerüchte… Als erster Rechtsanwalt war Herr Daimagüler da. Dieser unterhielt sich von oben nach unten mit Frau Gisela Friedrichsen . So gegen 9.15 Uhr kam der neue Rechtsanwalt von Frau Zschäpe in den Gerichtssaal. Herr Borchert begrüßte alle die auf der Anklagebank waren mit Handschlag, und dann geht er auf die Bundesanwalt zu, und gibt ihnen die Hand.
Dann um 9.42 kamen Carsten Schulze, Beate Zschäpe und Ralf Wohlleben in den Gerichtssaal. Was neu war, Frau Zschäpe drehte sich den Pressefotografen nicht mehr den Rücken zu. Vielleicht soll es jetzt ein Zeichen sein, gestern war noch die alte Frau Zschäpe, jetzt gibt es eine andere. Viele der Pressevertreter waren sehr erstaunt über diesen Umstand.
Um 9.47 Uhr kommt der Senat, und begrüßt den neuen Anwalt von Frau Zschäpe Herr Borchert. Dann begrüßt er alle Opfer und ihre Vertreter die Rechtsanwälte. Was sehr erstaunlich ist, das der Gerichtspsychologe Prof. Dr. Sass ist nicht zugegen war. Da frage ich mich warum?. Grade an einen solchen wichtigen Tag, ist dieser wichtige Sachverständige nicht da. Wenn man schon immer streitet, was dieser Prozess kostet, ist dieser Kostenfaktor echt bodenlos. Dieser soll ja entscheiden ob Frau Zschäpe Sicherheitsverfahrung bekommt oder nicht.
Dann um 9.50 Uhr erklärt Götzl allen dass es heute eine Erklärung von Frau Zschäpe verlesen werden soll. Die oben genannte Journalistin meinte schon via Twitter, ob es heute wirklich eine Erklärung von Frau Zschäpe kommt.Wie kommt man auf sowas????
Rechtsanwalt Grasel bejahrt dies, und sagt das einige Kopien vorbereitet hat. Diese verteilt er an die Altverteidiger, den Mitangeklagten, dem Senat, und der Bundesanwaltschaft. In einem grauen Pappkasten mit der Aufschrift 9.12.2015 Zschäpe steht waren die Kopien verstaut.
Man sieht auch das Rechtsanwalt Grasel sehr aufgeregt ist, weil man seine Hand zittern sieht. Da sieht man welche Anspannung auf der Anklagebank herrscht.
Grassel: München den 09.12.2015,- Aktenzeichen 6 ST 3/12 – Sehr geehrter Herr Vorsitzender Richter am Oberlandesgericht Götzl,…….
Ich möchte mir jetzt sparen die ganzen 53 Seiten zu schreiben, da man diese eh bei der Zeitung „Die Welt“ runterladen kann. Ich möchte auf einige Punkte eingehen.
Die Erklärung war für mich auch erst sehr schwach und ernüchternd. Man hatte sich mehr erhofft. Aber was man vielleicht vergisst ist, dass es sich um eine Stellungnahme handelt, zu der Tatsache der Anklageschrift des Generalbundesanwalts vom 5.11.2012. Mehr nicht und auch nicht weniger. Der Vorsitzende wird jetzt Fragen dazu haben, denn die Aussagen dieser Niederschrift werden diesem nicht genügen.
Gegen 11.13 Uhr war die Erklärung zu Ende.
Dann sagt Götz dass er eine Pause machen möchte bis um 12.30 Uhr. Das alle Verfahrensbeteiligten die Gelegenheit bekommen eine Kopie zu bekommen. Es wird aber fast noch eine Stunde vergehen, bis Manfred Götzl einiges bekannt gibt. Das der morgige Tag den 10.12.2015 wird ausfallen. Die nächste Woche ist am Dienstag Volker Henk geladen. Und die übrigen Tage wie terminiert. Götzl regt dann noch an, das Beate Zschäpe zu den persönlichen Verhältnissen selber Stellung nehmen soll.

Und dann ist Ende an diesem 09.12.2015…..