03.11.2014 Gasteig München Geheimsache NSU und zum 155.Prozesstag

Gestern Abend gab es eine Lesung bez. einen Vortrag über das  Buch Geheimsache NSU.

Die Polizeiwaffen die im Wohnmobil gefunden wurden.

Die Polizeiwaffen die im Wohnmobil gefunden wurden.

Die Phantombilder der Zeugen

Die Phantombilder der Zeugen

Gasteig

Wohnmobil auf der Rampe

Wohnmobil auf der Rampe

Den Vortag hielten die Autoren dieses Buches Andreas Förster, Thomas Moser und Rainer Nübel ab.

Für viele der teilnehmenden Zuschauer waren undenkbar als die Autoren erzählten, das hier in Bayern auch Fehler in Punkt der Aufklärung der Morde begangen wurden. Viele sind immer noch den festen Glauben das hierzulande alles mögliche getan wurde.

Da fällt mir ein Satz ein, den Josef Wilfling in der Hauptverhandlung am Olg ein über den Mordfall Habil Kılıç in München gesagt “ Haben sie schon mal Neonazis auf Fahrrädern gesehen ? “

Andreas Förster lass aus dem Buch dann über die Geschehnisse zum 04.11.11 vor, von diesen  komischen Umstände die dort passiert ist.

Man schob das Wohnmobil auf eine Rampe, das man keine ordentliche Spurlage unmöglich machte.

Das man in der Nasszelle, die Polizeiwaffe des Martin Arnold fand. Dann gab es einen Rucksack mit Bargeld aus früheren Banküberfällen aus Zwickau und Arnstadt. Dieser Rucksack war ohne Brandeinwirkung,was an den umliegenden Funde Beweisstücke aufwiesen.

Wochen später dann, fand man bei einer weiteren Kontrolle, die DVDs die Bekennervideos des NSU. Komisch das man diese nicht beim ersten Mal gefunden wurde. Genauso ein Aspekt mit einem kleinkalibrigen Geschoss. Dieses Geschossteile wurden erst im Dez. 11 auf dem Beifahrersitz gefunden, nachdem man dieses Wohnmobil zig mal abgesucht hatte. Erst das BKA fand diese Spur. Oder sollte das BKA finden ?

Danach kam Thomas Moser mit seinem Betrag, Bundestagsuntersuchungsausschuss.

Herr Moser las aus dem Buch vor, über die Aussage von dem Staatssekretär Klaus Dieter Fritsche.

Fritsche missfiel es deutlich das man Polizeibeamte Verfassungsschützer mit Kritik Hohn Spott ausgesetzt waren. Desweiteren sagte er aus, das nicht nur Grundrechte, sondern auch für die Untersuchungsausschüsse gibt der allgemeine Vorbehalt, verfassungsrechtlicher Grenzen. Darunter fallen auch Daten von Mitarbeitern von besonders sensibler Bereiche der Sicherheitsbehörden.

Aber auch die Funktionsfähigkeit und das Wohl des Staates und seiner Behörden ist in einem Kernbereich besonderes geschützt.

Dann fiel der Satz den damals schon viele Zuhörer und Politiker schockte, “ Es dürfen keine Staatsgeheimnisse bekannt werden, die ein Regierungshandeln unterminieren.“

Also im Klartext, das Handeln einer Regierung hat oberste Priorität.

Zu letzt kam Reiner Nübel zur Sprache, der über den Mordfall Kiesewetter sprach.

Das zum Beispiel nach dem Wattestäbchen Phantom das LKA sagte das von bis zu 6 Täter auszugehen sei. 2 Wochen nach dem der angebliche ( wie wir sie zu lesen und zu hören bekommen ) NSU aufgeflogen war die Bundesanwaltschaft auf nur zwei Täter ein schwor. Also Böhnhardt und Mundlos.

Weil man fand die Waffen der beiden Polizisten fand, das Wohnmobil wurde am Tattag in der Nähe des Tatortes durch eine Ringfahndung der Polizei notiert. Dann eine Jogginghosen die 4 Jahre lang ohne zu waschen mit einem Taschentuch ( DNA Böhnhardt ) gefunden wurde in der Frühlingsstraße. Diese hatte Anhaftungen von Blut von Michelle Kiesewetter. Warum man die nicht gewaschen hatte bleibt ein Rätsel.

Zu dem fand man die Waffen in der Frühlingsstraße, mit denen die beiden Polizeibeamten er.- bzw angeschossen wurden ohne die DNA von den beiden Uwes, aber andere DNA die man bis heute verschweigt wem diese gehören.

Dann unterschlägt man wichtige Zeugenaussagen, die Täter gesehen haben. Übereinstimmend geben die Zeugen osteuropäische Täter an. Diese Zeugen geben so präzise Beschreibungen ab, wie zum Beispiel eine Frau die einen Mann sieht 10 Sec lang wie ein Mann auf der Linken Seite Blutverschmiert in ein Auto springt. Dieser müsste mutmaßlich was mit dem Mord an M. Kiesewetter zu tun haben. Denn  wer die Waffe von M. Kiesewetter an sich genommen hat, muss sich zwangsläufig die linke Seite mit Blut beschmutzt haben.

Das gleiche ist mit einem anderen mutmaßlichen Täter von dem Polizisten Martin Arnold. Da sag ein Zeuge einen Mann mit der auf der rechten Seite blutverschmiert war.

Alle Zeugen wurde als unglaubwürdig abgetan, und die erstellten Phantombilder wurden unter Verschluss gehalten.

Man hatte allen Grund nach dem 04.11 dazu, denn kein Bild hat nur ansatzweise Ähnlichkeit mit Böhnhardt und Mundlos.

Eigenes Wissen es gab selbst ein Phantombild von Martin Arnold das nicht Ähnlichkeiten mit Böhnhardt und Mundlos hatte.

Dann kam Nübel auf einen Mann zusprechen der 40 Jahre für den Verfassungsschutz gearbeitet hat.

Diese wusste schon 2003 das es einen NSU gab und er hörte den Namen Mundlos. Man glaubt ihm bis heute nicht. Das ist extrem schlimm für diesen Mann. Er kann sich deshalb an den Namen erinnern weil NSU ja eine Automarke aus Nekarsum ist. Er steht so unter Druck das er sofort in München aussagen würde.

Man muss diese Aussage vor dem Gesichtspunkt sehen, das der V Mann Thomas Richter 2005 eine CD dem Verfassungsschutz hab, die den Namen NSU/NSDAP hatte.

Also kann dieser andere Mann nicht unglaubwürdig dargestellt werden.

Danach kamen allgemeine Zuschauer fragen wie ich oben angedeutet hatte.

Zum heutigen Gerichtstermin dem 155 Prozesstag wurde ja der frühere V Mann Piatto Carsten S erwartet.

Eine Durchsage wurde dann mitgeteilt, das Frau Zschäpe aus gesundheitlichen Gründen nicht im Saal sei. Ein Arzt sollte dann Stellung nehmen.

Nach einer Weile wurde der Tag gänzlich abgesagt. Da Frau Zschäpe ja immer bei Gericht erscheinen muss um den Prozess weiterzuführen zu können.

Was ich absolut nicht mehr lustig oder was auch immer das sein soll, ist der sogenannte Terrorismussexperte Holger Schmidt vom SWR.

Der musste nach dem Prozessende twittern,Böse Zungen sagen, Beate hat heute Morbus Eisenachii .“

Ich muss sagen das soll Journalismus sein, na dann danke. Es ist nicht das erste Mal das dieser Holger Schmidt sich so dermaßen unmöglich benimmt.

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Meine Gedanken zum 04.11.2011 in Eisenach und in Zwickau

Bereits zum dritten mal jährt sich der Selbstmord von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos. Doch war es Selbstmord?
Wie kam Frau Zschäpe zu ihrem Wissen das die zwei Uwes Selbstmord begehen, und somit wie die Generalbundesanwaltschaft in ihrer Anklageschrift ausführte „ der NSU habe somit aufgehört zu existieren „obwohl ein mutmaßliches Mitglied noch in der Bundesrepublik unterwegs war.
Wie kam es zu so einer Einschätzung der Generalbundesanwaltschaft? Wusste man das man kurz oder lang Frau Zschäpe bekommen würde, nach dem man diese 11 Jahre nicht habhaft werden konnte?

Ab wann wusste Frau Zschäpe von dem geplanten Selbstmord? War dies schon vor 12.05 Uhr?
Gab es einen Plan wenn etwas schief ginge,das welche Vorkehrungen getroffen werden um Spuren zu verwischen?
Alleine dieser Umstand gibt viele Rätsel auf ?
Ich kann mir gut vorstellen das Frau Zschäpe gewusst hat, nur mit anzünden der Wohnung reicht es nicht um alle Spuren zu eliminieren. Denn es muss auch ihr klar gewesen sein, wenn sie gewusst hat das in der Wohnung Waffen deponiert sind, diese nicht durch einen Brand verbrennen.
Des Uwes muss klar gewesen sein, das diese Waffen höchstens unbrauchbar gemacht werden können bei so einen Brand. Also wozu dieser Wohnungsbrand ? Denn in der Nachschau hatte dieser mehr Aufsehen erregt als wenn sie die Wohnung ohne großes Aufsehen verlassen hätte.

Wollte man das es zu so einem Abschluss kommt? Aber wer hat einen Nutzen davon ?
Im Brandschutt fand man unter anderem die kompletten Mietverträge der gemieteten Wohnungen in Chemnitz und Zwickau sowie der Wohnmobile sowie der angemieteten PKWs die bei der Untersuchung für was diese gebraucht wurden bisher nicht in Erscheinung getreten sind.
Zudem fand man einige DM Scheine die gestempelt waren,und seit 1999 vermutlich im Besitz der drei waren.Sowie die ganzen Presseartikel zu den Morden sowie Bombenanschlägen. Dazu eine Jogginghosen mit Blutanhaftungen der verstorbenen Polizistin M. Kiesewetter.

Wenn man rational denkt sind diese Beweise die man gefunden hat,so erdrückend aber wirft die Frage auf, warum lässt man einen Teil dieser Beweise nicht verschwinden. Man nimmt ungewöhnlicherweise die Bekennervideos die seit 2007 fertig gestellt sind mit, um sie dann in Leipzig zu verschicken. Diese Absender sind auch nicht mehr aktuell das einer der Bekennervideos zur PDS statt zu den Linken verschickt wurde. Wurden diese schon mal vorher geplant diese zu versenden?

Denn wenn Frau Zschäpe wirklich der Brandstifter gewesen sein soll, ist ihr mehr Schaden statt Nutzen entstanden. Wenn man sich vorstellt, sie erfährt von den angeblichen Selbstmord der beiden dann hat sie knapp grob 3 Stunden Zeit um die Wohnung zu verlassen ohne das es einem auffällt.
Sie hätte den Tresor mit dem Geld darin mitnehmen können,um dann die nächste Zeit erst mal untertauchen hätte können.

Stattdessen nimmt sich Frau Zschäpe laut Auswertung des BKA Zeit um ins Internet zugehen und zu surfen. Das ist alles Zeit die man für eine grünliche Spurenvernichtung gebrauchen hätte können. Oder hat sie nichts davon erfahren und erst später und wurde davon wirklich überrascht? Durch einen Anruf von einer schwedischen Handynummer die nie ermittelt werden konnte? Diese war in Eisenach sowie in der Frühlingsstraße eingeloggt.

Deshalb der vielleicht der schnelle Aufbruch, knapp 300 Euro aus dem Tresor nimmt dann das Haus anzündet und eine Reise quer durch die Republik anstrebt um ihr Ziel Jena, wo alles begann sich zu stellen.
Wenn sie ihre Großmutter noch einmal sehen wollen dann hätte sie es besser machen können ohne Brand ohne Zugfahren. Es sei denn sie wusste das man ihr auf den Fersen ist, und das man schon Uwe Mundlos als Leiche identifiziert hatte. Oder bekam sie einen Tipp über die Eltern der beiden Uwes am nächsten Tag?

Was sollte die Flucht quer durch halb Deutschland. In Hannover Holger G. treffen, in Halle den verstorbenen V-Mann Thomas Richter informieren ?

Vielleicht war Frau Zschäpe gar nicht der Brandverursacher sondern zwei andere die Arbeit erledigen mussten und dies dann nicht mit dem gewünschten Effekt? Es gab die Aussagen das Frau Zschäpe angeblicher weise ein rotes Handy dabei hatte und telefonierte. Mit wem, das ist die Frage, Zeitungen haben raus gefunden das dieses Telefon während des Brandes öfters vom Innenministerium Sachsen angerufen wurde.

War Frau Zschäpe vielleicht gar nicht zu Hause an diesen Tag,denn die einzige richtige Zeugin die Frau Zschäpe sah, denn sie gab ihr die Katzenkörbe konnte sie aber nur ansatzweise an sie erinnern. Das erste Mal richtig gesehen hatte sie Frau Zschäpe bei diesen zusammentreffen.

Was wollte eigentlich Frau Zschäpe mit dem Mitangeklagten Holger G. der mit einem Kind bei der Caravanverleih Knust dabei war?

Herr Knust wurden am OLG in München Lichtbilder gezeigt, er konnte Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos ausschließen das diese bei ihm ein Wohnmobil leihen wollte. Doch an Holger G. konnte er sich erinnern.

Die Spielsachen die man im ausgebrannten Wohnmobil gefunden hatte wurden wohl auf DNA geprüft aber bisher keinem bekannten Kind zugeordnet.
Die Frage nach dem Wohnmobil ist interessant, denn warum nahmen die zwei Uwes die Polizeiwaffen der ermordeten Polizistin Kiesewetter und dem schwerverletzten Kollegen Arnold mit?
Dazu das Geld vom letzten Bankraub in Arnstadt. Wollte man die Waffen gegen etwas anderes tauschen und ist man dann in eine Falle geraten? Es gab ja Zeugen die eine dritte Person am Wohnmobil gesehen haben sollten? Andre Kapke war ja laut Anklage auch unweit zu dieser Zeit in Eisenach gewesen sein. Zudem gibt es DNA Spuren an einem Socken Paar von Uwe Böhnhardt wo ein Weißrussischer Verbrecher darauf befand.

Es gibt mehrere Aussagen das die Insassen des Wohnmobil mit lange Haare gesehen haben, zudem das die Bankräuber einer groß und schlank war der andere kleiner und untersetzt.

Man weiß das beide Uwes groß und sportlich schlank waren. War das eine Sinnestäuschung ?
Warum hatten die zwei Uwes Angst vor zwei Polizisten die eigentlich keine Bedrohung für diese sein durften nach dieser Vorgeschichte.

Ich war bei der Befragung des Einsatzleiters Menzel im UA in Erfurt dabei. Man kann es einfach sagen dieser war die Axt im Wald um den Tatort zu verwischen. Er konnte nicht schlüssig erklären wo er genau die Waffe der M. Kiesewetter gefunden hatte, worauf er dann schlussfolgerte das es kein gewöhnlicher Bankraub war. Zudem war er schon auf der Rückfahrt der Meinung das einer der beiden Leichen Uwe Mundlos gewesen sein könnte, da er sich die Akte nach Gotha bringen lies.
Und dann kommt Kommissar Zufall nochmal zu Hilfe in dem ein Zeuge sich erinnert das in der Frühlingsstraße so ein Wohnmobil gestanden hat. Zudem gab es dann dort eine Explosion in einer der Wohnungen dort. Und so wird nach über 13 Jahren im Untergrund binnen eines Tages alles aufgeklärt.
Noch Fragen???

Demnächst möchte ich noch auf Temme Verfassungsschutz und der gleichen zu sprechen kommen.

Es sei nochmal eine Aussage meines geschätzten Kollegen und Freundes Jürgen Pohl ( http://juergenpohl.wordpress.com ) erinnert, der sich zum Mordfall Kiliç .
Diese Schwiegermutter gab an bevor sie erfahren hatte das ihr Schwiegersohn ermordet wurde schon bei der Polizei war.
Warum das so war kann ihr bis heute keiner sagen…

http://juergenpohl.wordpress.com/2013/08/07/nsu-ungeklart-und-unbeachtet-die-mordvernehmung-vor-dem-mord/



Der 100. Prozesstag

Wenn in 8. Stunden das 3mal Guten Morgen durch den Gerichtssaal von dem Vorsitzende Manfred Götzl schallt, und Nebenklägeranwalt Schamer das „Guten Morgen“von Manfred Götzel erwiedert dann kann es los gehen. Es wird nicht mein 100.Prozesstag sein, sondern mein 83.Prozesstag.
Mein erster Tag war, damals als Carsten S. aussagte wegen der Taschenlampe und pppssst das darf Beate Zschäpe nicht wissen. Seit dem hat sich einiges getan im Prozess. Man selber bekommt einen besseren Einblick und Eindruck wie alles läuft. Ich finde das Manfred Götzel Vertrauen zur Nebenklage gefunden hat, und merkt wie langsam die Bundesanwaltschaft mit ihrer Anklageschrift daneben liegt. Eins kann man jetzt schon festhalten, das man von einem Trio wie es die Bundesanwaltschaft weiß machen will, keine Rede sein darf. Es gibt ein zu weites Umfeld von Unterstützern wie bisher angenommen wurde. Oder wurde es bewusst unter den Tisch gekehrt. Weil man 3 Täter davon eine Frau die lebt und zwei tote Männer besser verurteilen lassen als noch mehr Leute auf die Anklagebank zu setzten.
Für mich wie ich es auf meinem Blog geschrieben habe hat sich der Senat zu oft auf der Nase rumtanzen lassen bei den vermeintlichen kleinen Naziunterstützer. Solange die keine wirklichen Sanktionen durch Beugehaft bekommen wird der Senat immer von diesen Leuten angelogen werden. Auch so ein Thema ist die Presse an sich. Ich finde das sich viel zu viel um den heißen Brei geschrieben wird. Zu wenige schreiben mal Tacheles. Es gibt wenige die selber auf eigene Faust mal was raus finden. Und das finde ich traurig. Kein Wunder ist das viele Zuschauer mit falschen Erwartungen zum Prozess kommen was ich sehr traurig finde. Wenn ich der schon länger dabei ist das höre, das Frau Zschäpe jeden Tag den Auftritt genießt da fehlen mir die Worte. Oder wie allgemein diese Frau gesehen wird als würde jeder sie kennen. Mein Gipfel war als ich ein Interview im Deutschlandfunk hörte, wo eine gebildete Frau über Frau Zschäpe gab. So ähnlich meinte diese „sie wäre mit ihrer Rolle glücklich“! !! Diese gute Frau war noch nie beim Prozess dabei. Und dann solche Aussagen zu treffen Hut ab!
Die interessante Zeugin war Frau Zschäpes Mutter für die Zuschauer. Frau Zschäpe sagte drei Mal nein und ging wieder genau wie die Zuschauer.
Die längste Sitzung war mit Frau Böhnhardt die Uhr war um 20.41 stehen geblieben. Weitere interessante Zeugen wie der Verfassungsschutzbeamte Andreas Temme, sein V-Mann Benjamin G. waren und sind Highlights.
Dann ist es immer interessant wenn die Nebenkläger Anträge stellen wie die BAW diese „diese sich nicht in den Weg stellen“ oder es kommt ein Nein zur generellen Ablehnung des Antrages. Dazwischen gibt es keinen Spielraum. Es gibt viele sehr gute Anwälte der Nebenklage. Die bringen soviel in den Prozess mit ein was den BAW nicht gefällt.
Grade die Rolle des Netzwerkes Blood&Honour gibt es ein Dauergrinsen und Augen verdrehen bei der BAW. Aber es macht Sinn das sie das tun, da es ja kein so großes Unterstützerumfeld nicht geben darf. 
100. Prozesstag … Ein Fazit von mir.
Wir sind noch genauso schlau wie vorher. ..
Was noch kommt ich hoffe noch viel.
Darum auf die nächsten 100 Tage.

74.Prozesstag 15.1.2014

Heute sind zwei Sachverständige geladen die den Brand in der Frühlingsstraße 26 in Zwickau untersucht haben.

6. Strafsenat in München:

Der Vorsitzende des 6. Strafsenat ist Manfred Götzl

Dazu kommen noch Richter Kuchenbauer und Dr. Lang Richterin Dr. Fischer und Richter Odersky

Die Ergänzungsrichter sind Feistkorn Kramer Prechsl

Dann kam ein seltener Gast auf die Zuschauerempore. Dr.Daimagüler, der die Hinterbliebenen der Familie Özüdögru (Nürnberg) vertritt, vergewisserte sich ob die erste Reihe der Zuschauer bei ihm auf dem Lap Top gucken kann.

Nach dem der Vorsitzende Richter M.Götzl die alle Anwendende im Gerichtssaal festgestellt hatte, ließt M. Götzl ein Gutachten des Dr. Schäfer BKA in Wiesbaden vor. Die gelbliche Flüssigkeit die man in der Frühlingsstraße in einem Himbeersirupflasche gefunden hatte, war Ottokraftstoff.

Dann kommt Dr.Setzensack Christian 61 Jahre alt LKA München Physiker um 9.55 Uhr zu seinem Gutachten.

Dieses Gutachten hat er in Gruppen unterteilt:

  1. Zusammenfassung

  2. Zündquelle

  3. Personengefährdung

Zu erst zeigt er Bilder von der Frühlingsstraße

  1. Frühlingsstraße 26 ein altes Bild erklärt wo die Wohnung befand die dann später in Flammen stand. Wo die Wohnung er damals 89 Jährigen Frau E. war. Im Erdgeschoss Links gab es früher einen Schlecker – Markt und unter der Wohnung von Frau Zschäpe war ein Griechisches Speiselokal.

2. Dann sieht man ein Bild das am 4.11.11 entstanden ist um 15.14 Uhr als

als der Sportraum und das Wohnzimmer gebrannt hatten, das nächste

Bild ist. zeigt das Schlafzimmer und das Katzenzimmer.

3. Dann wird das Hinterzimmer gezeigt, wo schon meterhohe Flammen zu

sehen sind, kurz davor soll sich dort eine heftige Explosion stattgefunden haben.

Dann sieht man ein Bild wo nur die Wohnungsmauer von dem Sportraum und Wohnzimmer weggesprengt wurde. Die Mauerreste liegen zum Teil am Gehweg, oder auf einer kleinen Anhöhe.

Dann werden Bilder von der Wohnung innen gezeigt, ieht das die Küchentüre unten Brandspuren aufweist.

Weiter erklärt der Sachverständige das es eine rasante Brandentwicklung gab,denn ein ganz normaler Brand mit Öl in der Pfanne gibt auch keine Explosion.Eine Gasexplosion ja, aber es gebe keine so starke Druckentwicklung, dies wäre deutlich langsamer. Und eine Sprengstoffexplosion wäre wie eine Gasexplosion.

Das einzige was in Frage käme wäre ein Benzin Äther Spiritus Gemisch als leichtes Brandlegungsmittel. Spürhunde wurden eingesetzt und diese haben von 22 gefunden Stellen gefunden, davon waren 19 Stellen mit Benzin kontaminiert.

Man hatte zum Beispiel im Sportzimmer keine Benzinstelle gefunden.

Dann wurde erklärt das jeder Kraftstoffhersteller jeder andere Zusätze in sein Benzin beimischt. 29 Spuren wurden gefunden davon konnte man 13 Proben von dem am Eingang befindlichen Kanister zuschreiben.

Was waren die Zündquelle:

Offene Flammen

Funken (elektrische oder mechanische)

Heiße Oberfläche (glühender Herd)

Indizien sprechen dafür das der vor der Wohnungstüre gefundene Benzinkanister. Durch Lunten Legung. Dieser Kanister befand als die Feuerwehr eintraf nicht an der Wohnungstüre sondern in einer Leerstelle von einem kleinen Schrank und der Türe. Dort faden die Brandermittler (Herr Lenk) im Kanister noch 250 ml von diesem Ottokraftstoff. Eine Brandlegungsspur führt bis zur Eingangstüre.

Wenn der Boden glatt ist, dann gibt es keine Brandspuren am Boden, sondern die Benzinlache deren Dämpfe entzünden sich. Der Sachverständige zeigt dies anschaulich auf Vergleichsbilder. An die Küchentüre kann man erkennen das diese mit dem Benzin angespritzt wurde, weil diese kleine schwarze Rinnsale zuerkennen sind.

Wie der Sachverständige weiter ausführt wurde relativ viel Benzin ausgeschüttet. Die Zeit vom verschütten und anzünden ist relativ kurz. 5 Meter vom Gang bis ins Sportzimmer dauern 3-4 Sec danach gibt es eine Explosion.

Aber man muss die Benzinlachen ohne Unterbrechung verschütten, sonst dauert es 10 Sec.

Der Täter hätte dann alle besten Chancen gehabt, unversehrt aus der Wohnung zu entkommen.

Zur Personengefährdung:

Klares Ja im Bezug wenn ein Fußgänger auf dem Gehweg befunden hätte. Dieser wäre von den fallenden Mauerstücke lebensgefährlich verletzt worden.

Die Trennwand die zu der alten Frau stand wies Risse auf, die Wand war nicht mehr Gasdicht.Diese hätte auch fallen können.Durch die Explosion kamen 3 t Gewicht auf die Decke, hob diese kurzzeitig an.

Da deshalb noch kurzzeitig Handwerker am arbeiten waren, hätten diese Lebensgefährlich verletzt werden können und da Rauchgase entwickelten auch zu Tode kommen können.

Auch die ältere Dame hätte durch die undichte Wand Rauchgase einatmen können und deshalb gefährdet gewesen.

Nur da sie schnell gerettet wurde, konnte schlimmeres verhindert werden.

11 Waffen wurden in der Wohnung gefunden, was nicht schlimm ist wenn die Patronen bei 200-300 Grad selbst entzünden. Was gefährlicher ist wenn eine entsicherte Waffe sie bei der Hitze Patronen lösen. Das wäre das gleiche wie ein Schuss, deshalb Lebensgefährlich für Feuerwehr und Passanten.

Deshalb Schlussfolgerung: Brandstiftung durch Benzin / Zündquelle nicht möglich / Hohe Gefahr für andere Personen (Alte Damen Passanten)

Dann ist erst mal Pause bis 11.10 Uhr

Um 11.19 Uhr geht es dann weiter.

Als erste fragt die Bundesanwaltschaft Frau A. Greger den Sachverständigen nach der Menge Benzin in der Wohnung.

Dieser antwortet ihr, „ das die Menge spielt keine Rolle zwischen den ausschütten und anzünden. Z.B im Sportzimmer müssen 2,5 l vergossen worden sein. Er würde 5 l als Untergrenzen annehmen und 20 l als Obergrenze. Diese 20 l ist aber ungenau.

Dann erteilt der Vorsitzende Richter gleich den Anwälten von Frau Zschäpe das Wort, worauf Rechtsanwalt Wolfgang Stahl die Fragen stellt.

Worauf er die Rauchgasentwicklung zurückführe. Es habe zwei Hinweise von Herrn Lenk gegeben. Einmal die besagten Risse an der Wand bei der alten Dame und bei einem Bewohner in Frühlingsstraße 26a Herrn B.,der hätte 2-3 mal seine Kleidung waschen müssen aber dennoch alles wegschmeißen müssen.

Herr Stahl fragt weiter „ ob er wisse welche Wand bei der Alten Dame im Wohnzimmer war“? Der Gutachter erwidert „es war eine 24 cm starke Hohllochwand “ Diese Wand hätte 90 Min den Brand standgehalten.

Die Wand war 1 cm verschoben.

Danach meinte der Sachverständige“ für ihn war das ein Aktenfall und kein Tatortfall.

Weitere Fragen von Rechtsanwalt Stahl folgen wie z.B ob es Unterschiede in Neu/Altbau gibt, welche Angaben es gibt das sich das Dachgeschoss kurzzeitig angehoben hat. Dann zeigt der Sachverständige eine Lichttafel worauf die Explosionsschwerpunkte zu sehen sind, welche Türen und Fenster offen bzw zu waren. Dann sagt er nochmal das nach 3-4 Sec wenn die Benzinlachen geschlossen waren, wenn diese aber unterbrochen wurden dann dauert es 10 Sec. Und 10-15 Sec dauerte es bis die erste Explosion kommt.

Dann kommt es nochmal zur Sprache welche Türen offen bzw zu waren, Sportzimmer weiß man es nicht, Bad geschlossen, Küche geschlossen,Schlafzimmer offen, und Katzenzimmer offen.

Dann wurde eine Frage von einem Nebenklägervertreter gestellt der fragte ob der Täter erst das Benzin ausgelegt hätte weggegangen sei um dann wieder zukommen und zu zünden. Der Sachverständige meint das ginge würde aber nichts bringen.

Dann ist Mittagspause bis 13.00 Uhr

Um 13.10 Uhr geht es weiter und Ra Stahl hat noch Fragen. Es gab erhebliche Risse und die Wand nicht mehr Gasdicht. Der Sachverständige sagt das wären die Erkenntnisse des Herrn Lenk. Herr Stahl ob die Wand einer Gasdichtigkeitsprüfung unterworfen wurde, was Herr Setzensack sagt nein es wurde keiner Gasdichtigkeitsprüfung unterzogen.

Nebenkläger fragen ob man dafür besondere Kenntnisse braucht, was der Sachverständige verneint und meint, die meisten sind nur von der Explosion überrascht. Danach meint er noch es hätte für den Täter auch ins Auge gehen können. Er wird gefragt ob Benzin gut für so was sein, „Benzin mir zu gefährlich. Ich würde auf Diesel oder Heizöl zurückgreifen. Dies wäre auch billiger statt Benzin und leichter zubekommen.“

Danach kommt der zweite Sachverständige Dr. Redmer dieser schließt sich Dr Setzensacks Meinung an und ist dieser um 13.39 Uhr entlassen.

Danach kommt eine Ablehnung der Bundesanwaltschaft auf die Akte Alexander Scheidemantels. Begründung da dies nicht Verfahrensrelevant ist.

Dann verließt Herr RA Reinecke eine Erklärung nach §257.

Der heute so ruhige und durch zuhören geprägte Vorsitzende fährt aus seiner Haut, als Rechtsanwalt Reinecke der Frau Zschäpe erinnert das versuchter Mord auch eine Lebenslange Freiheitsstrafe zu Folge haben kann. Danach meint er das die Verteidigungsstrategie zu schweigen nicht immer die erste Wahl sein muss.

Frau Zschäpes Anwälte nehmen dies mit einem schmunzeln zur Kenntnis und der Vorsitzende finde es eine Provokation.

Die Verhandlung wird für heute unterbrochen 13.55 Uhr und morgen mit dem neuen Komplex M. Kiesewetter fortgesetzt.

In eigener Sache möchte ich noch ergänzend einfügen. Ich verstehe bis heute nicht das Frau Zschäpe wenn sie tatsächlich den Brand gelegt haben soll 3 facher versuchter Mord unterstellt wird. Ich gehe bei dem Versuchten Mord an der alten Dame mit OK. Aber ich verstehe nicht im geringsten, wie die Bundesanwaltschaft auf die anderen 2 Morde kommt. Die beiden Handwerker waren länger Zeit aus dem Haus, also kann man dies nicht als versuchten Mord werten.

Dazu finde ich das Rechtsanwalt Stahl eine sehr gute und zielführende Befragung gemacht hat.